Glückliche Studienabbrecher: Dann eben ohne Uni

Studium abgebrochen – das klingt nach Scheitern. Doch für viele ist das Uni-Aus ein Befreiungsschlag. Vier Ex-Studenten erzählen, wie sie ihr Glück jenseits der Hochschule gefunden haben.

Vielleicht hätte ich mich vorher besser informieren sollen. Oder wird das erst noch interessant? Ich zieh das jetzt durch. Aber wozu? Ich schaff das nicht. Ich will das nicht mehr. Ich will lieber was anderes machen.

Viele Studenten kennen solche Gedanken, fast jeder Dritte zieht daraus Konsequenzen: 28 Prozent aller Bachelor-Studenten in Deutschland brechen ihr Studium ab. An der Uni schmeißt jeder dritte Student vor dem Abschluss hin, an der FH etwa jeder vierte.

Meistens werden solche Zahlen als schlechte Nachricht gesehen. Studium abgebrochen, das klingt nach Scheitern, nach Lebenslauflücke, nach mangelndem Durchhaltevermögen. Dabei kann die Entscheidung zum Abbruch des Studiums mutiger sein, als es einfach durch zuziehen.

zum Artikel »

Rätselhafte Studienabbrecher: Plötzlich waren sie nicht mehr da

Scheiden Studenten erfolglos aus dem Studium, weiß keiner: War das Scheitern oder ein Neuanfang? Darauf ruhen sich die Hochschulen aus und weisen die Schuld an katastrophalen Abbrecherzahlen von sich. Damit soll nun Schluss sein.

Es ist ja nicht so, dass sich Dr. Werner Link keine Mühe gegeben hätte. Der Referent des Rektors der Fachhochschule Dortmund hatte einen zweiseitigen Fragebogen ausgetüftelt, der den Studierenden auf den Zahn fühlen sollte, die der FH den Rücken kehren. Wechseln die Abtrünnigen die Hochschule? Wenn ja, warum? Brechen sie ganz ab? Was sind die Gründe?

Viele Fragen – aber beantworten wollen sie nur wenige Ex-Studenten. Lediglich rund zehn Prozent der Bögen kommen zurück. „Die Abgänger sind schwer zu erreichen“, sagt Link. Einen Zwang zur Mitarbeit gebe es nicht. Andere Hochschulen hätten den Abgängern Belohnungen für ausgefüllte Fragebögen in Aussicht gestellt, erzählt Link – ebenfalls mit geringem Erfolg.

zum Artikel »