Firmen ködern Azubis mit Smartphones oder Dienstwagen

Immer öfter können Lehrstellen in Deutschland nicht besetzt werden. Ein Grund: Die Zahl der Schulabgänger sinkt und gleichzeitig beginnen immer mehr junge Menschen ein Studium. Um gute Kandidaten zu finden, setzten die Unternehmen inzwischen sogar auf materielle und finanzielle Anreize.Wie der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, in Berlin sagte.

„Während für Jugendliche die Chance auf einen Ausbildungsplatz so gut wie nie ist, wird es für Unternehmen immer schwieriger, Bewerber zu finden.“ Jeder zweite Betrieb habe mit sinkenden Bewerberzahlen zu kämpfen. Im IHK-Bereich blieben 2013 rund 80.000 Lehrstellen offen. „Wir befürchten, dass die Zahl der unbesetzten Plätze in diesem Jahr nicht niedriger sein wird“, sagte Schweitzer.

Die Firmen setzen bei der Suche nach Azubis zunehmend soziale Medien ein und versuchen Studienabbrecher anzuwerben. Die jährlich rund 100.000 Uni-Abgänger seien vor allem für die IT-Branche, Banken und Versicherungen interessant, sagte Schweitzer. Die Firmen ködern die Kandidaten mit Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten oder Auslandsaufenthalten. „Manche Betriebe bieten sogar ‚Goodies für Azubis‘ wie etwa ein Smartphone oder einen Dienstwagen“, erklärte der DIHK zur Umfrage unter 13.000 Unternehmen.

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Warum Studienabbrecher gefragt sind

Thomas Müller stand schon kurz vor dem Ziel. Sechs von sieben Semester hatte der damals angehende Realschullehrer aus Friedrichshafen studiert, Praktika gemacht, seine Freude an der Wissensvermittlung gefunden. Je häufiger er jedoch vor einer Klasse stand, desto mehr stellte er fest: „Erziehung ist nicht so mein Ding.“ Kurzerhand brach er sein Studium ab und machte sich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Fast durch Zufall stieß der heute 28-Jährige auf den Beruf des IT-Systemkaufmanns…

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Viele Studenten brechen in MINT-Fächern ab

Frust im Technikstudium: „90 Minuten nichts als Steine“

Jeder zweite Mathe-Student scheitert, bei Bauingenieuren ist es jeder dritte. Meist bedeutet ein Abbruch Frust, doch ein Umstieg kann gelingen: Dirk Oertker, 26, studierte Ingenieurwissenschaften. Heute ist er wieder glücklich.

Dirk Oertker stammt aus einer kleinen Hausbaufamilie. Sein Vater ist Bauingenieur, der Onkel besitzt ein Bauunternehmen, und Dirk selbst hatte schon mit der Wahl seiner Leistungskurse die Weichen in diese Richtung gestellt: Er wählte Mathe und Physik. Nach dem Zivildienst fing er 2008 an der TU Dortmund mit Bauingenieurwesen an.

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